Dienstag | 10.11.2020 | 19:00 Uhr
Dr. Melanie Bergmann, Bremerhaven

Plastik im Meer: ein globales Umweltproblem auf dem Vormarsch in die Arktis

Wir bitten um vorherige Anmeldung.

Zusammen mit dem Übersee-Museum, dem VDI und der Universität Bremen

Die Belastung unserer Meere und Ozeane mit Müll ist ein Umweltproblem globalen Ausmaßes. Es wird prognostiziert, dass der jährliche globale Eintrag von landbasiertem Kunststoffmüll von rund 8 Millionen Tonnen im Jahr 2010 auf bis zu 100–250 Millionen Tonnen im Jahr 2025 ansteigen wird. 99% aller Seevogel-Arten sollen bis 2050 Plastikmüll verzehren. Wir wissen mittlerweile, dass hier ein Umweltproblem globalen Ausmaßes entstanden ist, das nicht nur die Natur bedroht, sondern auch Auswirkungen auf den Menschen haben wird. Zu den biologischen Effekten kommen sozio-ökonomische Auswirkungen, wie Einbußen im Tourismus, aber auch die unmittelbare Beschädigung industrieller Anlagen und Kosten durch Seenotrettung.
Seit 1999 betreibt das Alfred-Wegener-Institut Langzeituntersuchungen am Tiefsee-Observatorium HAUSGARTEN in der Arktis. Regelmäßig wiederholte Aufnahmen mit einer geschleppten Kamera zeigen, dass der Meeresgrund der arktischen Tiefsee seit 2002 immer mehr Müll beherbergt. Auch an den Stränden Spitzbergens wird mittlerweile angeschwemmter Müll eingesammelt. Unsere Untersuchungen zeigen, dass große Mengen von Mikroplastik in das Meereis, Schnee und die Sedimente der Tiefsee gelangt sind. In diesem Vortrag wird ein Ausblick über die Ergebnisse gezeigt und die Ursachen diskutiert.

Das Bild zeigt Melanie Bergmann

Dr. Melanie Bergmann studierte in Berlin Biologie und schloss ihr Studium an der Napier University of Edinburgh (GB) ab. Nach ihrer Promotion über das Schicksal wirbelloser Tiere aus dem Beifang der schottischen Kaisergranatfischerei (University of London, GB) untersuchte sie die Lebensraumanforderungen verschiedener Grundfischarten an der University of Wales-Bangor (GB). Seit 2004 forscht sie in der Tiefseegruppe des Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung im Bereich Tiefseeökologie. Sie benutzt geführte Kamerasysteme, um die Auswirkungen der Erderhitzung auf große Bodenorganismen am Tiefseeobservatorium HAUSGARTEN in der Arktis zu messen. Da ihre Forschung zeigte, dass die Arktis immer stärker mit Plastikmüll verschmutzt wird, fokussierte sie sich in den letzten Jahren auf das Thema Plastikmüll und Mikroplastik. Sie gab das äußerst erfolgreiche OpenAccess Fachbuch »Marine Anthropogenic Litter« heraus und initiierte das online Portal LITTERBASE (www.litterbase.org).