Dienstag | 12.01.2027 | 19:00 Uhr
Prof. Dr. theol. Benedikt Hensel, Oldenburg

Hazor, Israels größte Ausgrabung: Was Archäologie über Macht, Krisen und Neuanfänge verrät

HdW, Olbers-Saal
Zusammen mit dem Freundeskreis der Antike, der Stiftung Bremer Dom und der Bremer Gesellschaft für Vorgeschichte

Hazor im Norden Israels war in der Bronzezeit die mächtigste Stadt Kanaans – eine Metropole mit Zehntausenden Einwohnern, prächtigen Palästen und Tempeln, eingebunden in die großen Handelsnetzwerke des Alten Orients. Um 1200 v. Chr. wurde sie zerstört – wer dafür verantwortlich war, ist bis heute ungeklärt. Immer wieder kehrten Menschen in die Ruinen zurück, errichteten neue Siedlungen auf dem Schutt der alten, nutzten deren Überreste.
Der Vortrag gewährt Einblicke in das aktuell von Benedikt Hensel geleitete Forschungsprojekt »Resettlement of Ruins and Memories in the Making«, das im renommierten Förderschwerpunkt »Lost Cities« der Gerda Henkel Stiftung angesiedelt ist. Im Zentrum steht die Frage, wie antike Gesellschaften mit dem materiellen und kulturellen Erbe des Zusammenbruchs umgehen: Wer waren die Menschen, die nach dem Fall Hazors in den Trümmern siedelten? Was verrät der archäologische Befund über ihre Erinnerungspraktiken und Identitäten – und vielleicht sogar über die Anfänge Israels? Und wie verhält sich das, was die Ausgrabungen zeigen, zu dem, was die Bibel über Hazor erzählt?

Abbildung zeigt Prof. Dr. theol. Benedikt Hensel

Prof. Dr. theol. Benedikt Hensel ist Professor für Altes Testament und Biblische Archäologie an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und Dekan der Fakultät für Human- und Gesellschaftswissenschaften.
Seit Januar 2027 ist er zudem Direktor des Deutschen Evangelischen Instituts für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes (DEI/GPIA) in Jerusalem, Israel. Er ist Gründungsdirektor von DA:O – der Digitalen Altertumswissenschaften Oldenburg|Digital Ancient Studies Oldenburg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Digitalen Archäologie der Südlevante und den Digitalen Altertumswissenschaften des östlichen Mittelmeerraums, der Religionsgeschichte des antiken Judentums sowie der Epigraphik der Südlevante.
Er ist Co-Director der Grabungen in Hazor (gemeinsam mit der Hebrew University of Jerusalem, Israel) und Vorsitzender der Karl-Wilhelm-Heyse Gesellschaft: Freunde der Antike e.V., Oldenburg.