Prof.
Dr. med. Eckart Altenmüller
Referent


VITA
Prof. Dr. med. Eckart Altenmüller, geboren 1955 in Rottweil am Neckar ist Direktor des Institutes für Musikphysiologie und Musiker-Medizin der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Nach dem Medizinstudium in Tübingen, Paris und Freiburg/Brsg. und dem zeitgleichen Musikstudium an der Musikhochschule Freiburg (Hauptfach Querflöte, Klasse Nicolèt, später Klasse Bennett) absolvierte er die Assistenzzeit in der Abteilung für klinische Neurophysiologie in Freiburg. Hier entstanden die ersten Arbeiten zur Hirnaktivierung beim Musikhören. Von 1985 bis 1994 erfolgten die Facharztausbildung zum Neurologen und die Habilitation an der Universität Tübingen. Seit der Berufung nach Hannover 1994 ist die Erforschung der neuronalen Grundlagen des Musizierens ein zentrales Thema. Zahlreiche Arbeiten zum auditiven und sensomotorischen Lernen, zu Störungen der Feinmotorik durch Über-Üben und zur emotionalen Verarbeitung von Musik sind entstanden. Prof. Altenmüller hat eine überregionale Spezialsprechstunde für Musiker aufgebaut und betreut zahlreiche Musiker-Patienten aus dem In- und Ausland. Er hat über 200 Fachpublikationen verfasst und ist Mitglied zahlreicher nationaler und internationaler Gremien. Im Jahr 2005 wurde er zum Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften ernannt und zum Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Musikphysiologie und Musiker-Medizin gewählt.
KURZFASSUNG
Musikwahrnehmung
ist ein aktiver, bedeutungsgenerierender Vorgang, der bereits pränatal im
Mutterleib beginnt und lebenslang anhält. Jedes Musikstück, das wir
bewusst hören bewirkt "Gehörbildung". Im Laufe unseres Lebens
verfeinert sich diese Wahrnehmung durch zahlreiche Lernvorgänge. Die neuronalen
Substrate dieser Vorgänge finden sich nicht nur in den bewusstseinsfähigen
Hirnrindengebieten sondern lassen sich bereits auf der Ebene des Hirnstamms in
einer Veränderung der neuronalen Erregungsmuster darstellen. In der Grosshirnrinde
kommt es zu Anpassungen der Hirnstruktur und der Hirnfunktion, die sich besonders
gut bei Musikern nachweisen lassen. In meinem Vortrag werde ich diese Vorgänge
darstellen und an Hand von Musikbeispielen erläutern.